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ÖBB-Baulärm-Inferno ohne Information der Bevölkerung

Die Gemeinde will hinkünftig - sogar möglicherweise - informieren. Ab 2030 wird es aber ruhiger werden!

Purkersdorfs Wohnbevölkerung hat fürs Erste einmal das nächtliche ÖBB-Baulärm-Inferno im Rahmen der Möglichkeit jedes Einzelnen vermutlich bereits gut ausgestanden!

Wie halb Purkersdorf mit großem Aha-Effekt an den beiden letzten Wochenendnächten (16.-18. Jänner, 23.-25. Jänner jeweils bis 4.00 Uhr früh) feststellen durfte, war die ÖBB am Bahnhofsareal Unter-Purkersdorf zugange. Bekanntermaßen bauen die ÖBB dort einmal einen Fahrgastunterstand, reißen danach das Bahnhofsgebäude ab und „entwickeln“ danach das großflächige „Brachland“ (so heißt man das in Immobilien-Kreisen), wo reichlich Gleisflächen bis nahe zum Ortskern nicht mehr gebraucht werden, um der Gemeinde Purkersdorf quasi ein ganzes „Stadtquartier“ glückhaft zu ermöglichen.


Für dieses hoch euphemistische Unterfangen begannen nun an den letzten beiden Wochenendnächten Gleisverlegungsarbeiten der ÖBB, die unausgesprochen halb Purkersdorf zu Schlafverzicht und Anteilshabe überraschend eingeladen hatten. ( Schienen, Schwellen und Gleisschotter wurden mittels Bauzug maschinell verlegt – der Lärm war unbeschreiblich, sowas geht einfach nicht leiser.)

Nun haben orientierte BürgerInnen für s.g. „Infrastrukturmaßnahmen“ natürlich selbst dann Verständnis, wenn sie im Wesentlichen doch eher auf schnöde Immobilien-Entwicklung denn auf Angebotsverbesserung eines öffentlichen Verkehrsmittels zurück zu führen sind.

Kein Verständnis hat Purkersdorfs Bevölkerung aber verlässlich dann, wenn man sich vom befugten Lärmerreger und seiner eigenen Gemeindepolitik bzw. – verwaltung nicht einmal von richtiger Information vorab für kompetent genug befunden wird! Logisch daher, dass in der Öffentlichkeit die Wogen hoch gingen und schlecht gelaunte, unausgeschlafene BürgerInnen Protest anhängig machten. Immerhin braucht in unseren Tagen überfallsartig auftretender Lärmterterror von Gewerbetreibenden zumindest seit dem sicheren Abkommen der sagenhaften Wilden Jagd hierzulande immerhin nicht widerspruchslos hingenommen werden.


Aus ÖBB-Kreisen also wurde dazu nicht ganz unrichtig hingewiesen, man hätte mittels Postwurf informiert! Informiert wurde tatsächlich über Schienenersatzbedarf und dessen zeitliches Ausmaß, - die Busse verkehrten auch tatsächlich und sogar pünktlich. Dass allerdings auch für Schlafersatzbedarf persönlich vorzukehren gewesen wäre, stand nicht auf dem Papier – akustische Dauer-Katastrophen lesen sich vorab natürlich nicht vorteilhaft fürs Firmen-Image. Auf Protest an die Gemeinde, die überhaupt schon einmal gar keinen Anlass gesehen hatte, ihre Wohnbevölkerung vorab zu informieren, obwohl die Bevölkerung ihrer Gemeinde eine ganze Website mit Steuergeld finanziert, wurde immerhin umgehend und durchaus transparent geantwortet! Auf ein Bürger-Mail von Sonntagnachmittag folgte schon Montagfrüh ein prompter Anruf der Gemeinde! Man wohne selbst in 100 Meter-Abstand zur gehabten Nachtbaustelle, es sei wahrlich laut gewesen, so die Bestätigung! Die Gemeinde gab sich darüber hinaus aber dennoch fröhlich entspannt, zumal sie eine Frohbotschaft mitteilen konnte! Nach ÖBB-Einschätzungen sei es ab 2030 (zweitausenddreißig) sicher wieder ruhig in der ganzen Gegend. (Bis dahin wird also das ÖBB-Brachland beackert werden – und danach ist Purkersdorf möglicherweise um das ganze Juwel eines „Stadtquartiers“ bereichert, - schätzt zumindest der Beschwerdeführer.) Klitzekleine Unwägbarkeit dabei: Die ÖBB wollen ihr Immobilienjuwel gar nicht behalten sondern eigentlich verkaufen, soviel verriet die Gemeinde. (Es wird sich möglicherweise also irgendwann irgendein Immo-Development-Glücksritter der global aktiven Branche finden lassen – man wird sehen in Unterpurkersdorf.)

Zum Vorwurf, die Gemeindepolitik wie -verwaltung schere sich nicht um Information ihrer BürgerInnen vor anstehenden Katastrophen, konnte die Gemeinde ebenso Gutes vermelden:

Man werde nächstens via“ Gem2go“ nötige Information pushen, man bräuchte sich die App nur anschauen, da gäbe es dann sogar Push-up-Nachrichten! Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, dass er gern auch ohne Push-up-Gepiepse seines Mobiltelefons durchs Leben kommen wolle und schlug der Gemeinde zur Erweiterung ihres Bemühens die erwartbare Information auf der gemeindeeigenen Website vor – da darf man nämlich nachschauen, wann man selbst Zeit dafür haben wolle. Das werde „möglicherweise“ – so die Gemeinde wörtlich – eh auch passieren! Leider vergessen hat der Beschwerdeführer bei seinem erfreulichen Telefonat, dass die Gemeinde die ÖBB an richtiges Abfallwirtschaften erinnern könnte: Mobile ÖBB-WC ließen sich im Umkreis der Baustelle nirgendwo erkennen, sonstigen weitläufig auftretenden Abfall der ÖBB haben die umwohnenden AnrainerInnen mittlerweile aber ohnehin schon in persönlicher Hilfsbereitschaft privat minimiert.


Man wird also bis 2030 sehen, was „möglicherweise“ die Gemeinde an Information schaffen wird, wenn wieder außergewöhnliches Halli-Galli der Immobilienbranche den leidtragenden PurkersdorferInnen zumindest temporäre Ortsveränderung sinnvoll erscheinen lässt, - man gönnt sich ja sonst nichts außer einen Zweitwohnsitz. Es muss ja wahrscheinlich noch nicht ganz so kommen, dass sich beim nächsten Anlassfall halb Purkersdorf beim (erlaubten) Nachtschilauf in Kitzbühl oder Zillertal begegnet und sich dort jede/r Einzelne eine eigene Seilbahn-Gondel für ungestörte Weekend-Nachtruhe leisten muss!


Die Frage ist nur: wollen das die BürgerInnen von Purkersdorf?

Auch wenn diesmal die Möglichkeit zur Stimmabgabe schon am Freitag zu Mittag abgestellt wurde, zeigt es, dass die PurkersdorferInnen dem sehr verhalten gegenüber stehen. (Umfrage: NÖN)

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