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  • Pro Purkersdorf

An Dilettantismus nicht zu überbieten

Seit wann weiß man, dass Wien ein flächendeckendes Parkpickerl einführen wird? Richtig: seit zumindest Juni 2021.


Dass Wiener ihre Autos in Purkersdorf abstellen werden, ist jetzt auch keine besondere Überraschung. Auch nicht, dass etliche Pendler*innen künftig zentrumsnah parken werden, um die Öffis zu benützen.


WOZU GIBT ES DAS AMTSBLATT?


Datiert mit 9. März 22 hat sich die Gemeinde also aufgerafft und „an einen Haushalt“ ein Schreiben versendet mit dem Inhalt: NEU – Kurzparkzone Ost. Ankündigt wird, dass die Anrainer*innen eine Berechtigungskarte fürs Parken nach der Entrichtung von € 24,10 erhalten.


Anstatt Himmelsrichtungen die Straßennamen!

Als wären es die alten Habsburger, wird also Purkersdorf ins Reich der Himmelsrichtungen eingeteilt. Man hätte auch die Straßen angegeben können. So viele sind es nicht…

Gerüchten zufolge handelt es sich dabei erst um den ersten Streich. Die anderen Himmelsrichtungen sollen folgen. Ob es zur Ausgabe von einem Kompass pro Liegenschaft kommen wird, ist noch nicht bekannt. 😏


Die Gemeinde-Website schweigt dazu
Essenzielle Informationen fehlen leider in diesem Schreiben – auch auf der erwähnten Website der Stadtgemeinde ist absolut nichts dazu zu finden.

  • Welche Straßen sind davon betroffen?

  • Handelt es sich tatsächlich um eine Karte, die man ins Auto legen muss?

  • Wie ist es bei Dienstfahrzeugen?

  • Wie viele Fahrzeuge darf ich anmelden, solange ich dafür bezahle?

  • Muss ich in Purkersdorf gemeldet sein oder reicht es, dass ich eine Liegenschaft besitze?

  • Was ist mit Gewerbetreibenden?

  • Erhalten auch Nebenwohnsitzer*innen eine Karte?

  • Welche Zeiten sind überhaupt gemeint? 24/7 oder wie in Wien nur tagsüber?

  • Was wird diese Karte ab 2023 für ein ganzes Jahr kosten?

3 Bürgermeister – 1 Verkehrsstadtrat: Was machen die eigentlich?

Eigentlich dürfte man sich erwarten, dass diese Fragen alle beantwortet und abrufbar sind, bevor man die Bürger*innen damit beschäftigt.

Wenn dieser Brief „nach langen Überlegungen“ der Output der Purkersdorfer Dreifaltigkeit ist, dann kann man leider dazu nicht gratulieren. Erklärungsbedürftig wäre auch noch, wieso man für diese Berechtigungskarte € 24,10 an Bundes- und Verwaltungsgebühren“ entrichten muss, während die Berechtigungskarte für den Bauhof unentgeltlich ausgestellt wird…. Das Amtsblatt wäre jedenfalls die ideale Quelle solche Informationen an die Bürger*innen zu bringen. Wieso wird das nicht genützt dafür?


Interessant auch, dass es nur zwei Personen auf der Gemeinde gibt, die sich mit diesem Thema auskennen, beide sind aber zum Zeitpunkt des Briefversands nicht erreichbar!


Dass die zuständige Bearbeiterin für dieses Vorhaben, L. Pfeil, denselben Namen wie Steinbichler's Nichte trägt, reihen wir vorläufig unter Zufall ein.


Und noch ein Tipp: Bevor man einen Brief der Stadtgemeinde versendet, sollte man vielleicht mehrmals nach Fehlern im Text suchen. Es soll sich nämlich um eine Kur-z-parkzone handeln und nicht um eine Kurpark-zone. Wobei wir einen solchen Park durchaus begrüßen würden.



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